Die Gründung

Am 23.04.1946 hielt der erste lange Zug in den Ruinen des zerbombten Pulverwerkes. Vertrieben aus ihrer alten Heimat drängten nach und nach Tausende in die trostlosen Bunker und Baracken von “Werk Kraiburg” der Deutschen Sprengchemie, suchten nach einer besseren Zukunft und gingen nach dem Leitspruch “Arbeit schafft Heimat” an den Aufbau von Waldkraiburg.
Arm an Dingen des täglichen Bedarfes, aber reich an Erfahrungen und Fertigkeiten blieben viele der Flüchtlinge im “Lager” und gründeten neue Betriebe, so daß sich bereits im Juni 1947 in der sich entfaltenden Siedlung 28 Firmen zur “Industrie-gemeinschaft Waldkraiburg” zusammenschlossen.

Insbesondere viele kleine Glasereien schossen in den ersten Jahren wie Pilze aus dem Boden und entwickelten sich zum wichtigsten Zweig des beginnenden Wirtschaftslebens; diese errichteten gemeinsam eine Glashütte, die 1950 ihren Betrieb aufnahm.
Zur größten Herausforderung entwickelte sich die Schaffung notwendigen Wohnraumes, die genossenschaftlich organisiert zwischen 1948 und 1955 zur Errichtung von 500 und bis 1961 zu weiteren 500 neuen Wohnungen führte. Bereits ab dem 01.04.1950 erhielt die Vertriebenensiedlung mit damals 1.912 Einwohnern als Gemeinde Waldkraiburg kommunale Selbstverwaltungsrechte.